Berlin, 09.02.2026 | Die demografische Entwicklung und der Personalmangel stellen die pflegerische Versorgung in Deutschland vor große Herausforderungen. Um die Versorgungssicherheit langfristig zu garantieren, braucht es einen Durchbruch bei der nutzenstiftenden Digitalisierung der Strukturen und Prozesse. Das Bündnis Digitalisierung in der Pflege fordert, die hierfür nötigen Rahmenbedingungen im Zuge der anstehenden Pflegereform zu schaffen.
Zu wenig, zu spät, zu unverbindlich
Zwar begrüßt das Bündnis, dass die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ in ihrem Ergebnispapier vom Dezember 2025 die Digitalisierung als Querschnittsthema verankert hat, allerdings reichen die dort genannten Maßnahmen nicht aus und bleiben zu unverbindlich. Digitalisierung darf in der Pflegereform kein bloßes Schlagwort sein. Sie ist das Rückgrat einer zukunftsfesten Versorgung.
Erfolgsentscheidend ist die Verbindlichkeit. Diese fehlte zuletzt. So wurden etwa aus der “Digitalisierungsstrategie für das Gesundheitswesen und die Pflege“ des Bundesgesundheitsministeriums (2023) viele Punkte nicht fristgemäß umgesetzt, beispielsweise bei der Telematik-Infrastruktur (Vgl. Bündnis-PM vom 19.03.2025).
Neue Rahmenbedingungen gestalten
Vor diesem Hintergrund fordert das Bündnis insbesondere:
Insgesamt ist die Pflegeinformatik systematisch stärker zu thematisieren und zu etablieren. Im Kontext der aktuellen und anstehenden Digitalisierungsmaßnahmen in der Pflege – von ePA über KI bis hin zu interoperablen Plattformen – wird immer deutlicher, dass in den Einrichtungen tätiges Personal zur fachfremden Materie geschult werden muss. Dieser Schulungsbedarf wird zunehmend zu einem strukturellen Hemmnis für die Umsetzung politischer und technologischer Vorhaben. Das Bündnis hält es für sinnvoll, Pflegeinformatik klar als eigenständige Kompetenzdimension zwischen Pflegepraxis, IT und Organisation zu positionieren und auch politisch entsprechend zu adressieren.
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